Wie wir es tun

Betreuungsmaßnahmen

1. Zweck
2. Geltungsbereich

1. Zweck:
Durch die Betreuungsmaßnahmen soll die Umsetzung der Betreuungsplanung sichergestellt  werden. Es handelt sich dabei um alle Angebote an den behinderten Menschen, die geeignet sind, den ermittelten Hilfebedarf zu befriedigen und somit die Aufgaben der Eingliederungshilfe zu erfüllen.

2. Geltungsbereich:
Dieser Kernprozess gilt für alle Standorte der Einrichtung.

Begriffe

Wohngruppe als zentraler Lebensbereich

 

Die Wohngruppe stellt das zentrale Lebensumfeld des behinderten Menschen dar, in dem er Schutz, Geborgenheit, Zuwendung, Sicherheit,  Akzeptanz und Entfaltungsmöglichkeit erfahren soll, so wie es Menschen im allgemeinen von ihrem Zuhause erwarten. Deshalb sollte in ihr eine umfassende, ganzheitliche Lebensbegleitung stattfinden, die den individuellen Hilfebedarf  erfasst und befriedigt.

Gestaltung des eigenen Zimmers

Die Gestaltung der Räumlichkeiten und Wohnatmosphäre ist Aufgabe der Wohngruppen-Mitarbeiter, die unter Berücksichtigung der Interessen, Bedürfnisse und Begrenzungen der Menschen mit Behinderung zusammen mit ihnen wahrgenommen wird.   Die Zimmereinrichtung kann individuell nach den Wünschen der Bewohner vorgenommen werden. Vom Wohnheim wird eine Standardmöblierung vorgehalten, die jederzeit durch eigene Möbel ersetzt werden kann. Manche neuen Bewohner bringen ihre Möbel von zu Hause mit, die Mehrzahl  jedoch benutzt die vorhandenen Möbel und spart von ihrem Werkstattverdienst, um sich nach und nach eigene Möbel kaufen zu können. Hat ein Bewohner eine größere Summe angespart, wird mit dem gesetzlichen Betreuer / den Angehörigen besprochen, wie der Einkauf abzuwickeln ist. In der Regel sind die Angehörigen froh, wenn die Wohnheim-Mitarbeiter diese Aufgabe übernehmen, die dann zusammen mit dem Bewohner die ortsansässigen Möbelhäuser besuchen, und er sich nach seinen Vorstellungen und finanziellen Möglichkeiten Möbel heraussuchen kann. Dieser Prozess erstreckt sich über mehrere Jahre, bis aus vielen Einzeleinkäufen ein komplett ausgestattetes Zimmer entsteht. Bewohner eines Doppelzimmers können dies in gleicher Weise tun, da mit dem Einzug die Zimmerfläche gleichmäßig aufgeteilt wird und somit jeder weiß, was er für eine Stellfläche zu Verfügung hat.

Einkauf von persönlichen Dingen

Ebenso verhält es sich mit dem Einkauf von Bekleidung und Dingen des persönlichen Bedarfs (für Hobby, Unterhaltung, Spiel und Spaß), indem im Bedarfsfall ein Wohnheim-Mitarbeiter den Bewohner begleitet und die notwendige Anleitung und Hilfestellung gibt.

Kontinuität in den Beziehungen

Durch die Organisation von sicheren Bezügen und durch die Schaffung von individuell angemessenen Anregungs- und Entspannungssituationen erhält der einzelne Bewohner eine ihm entsprechende Lebensbegleitung unter dem Aspekt der Ganzheitlichkeit. Deshalb hat der Wunsch nach einer möglichst hohen Kontinuität in der Betreuung unserer Bewohner zu einer geblockten Dienstzeit geführt. Es sind jeweils zwei bis drei Mitarbeiter für eine Woche ständig im Dienst (unterbrochen durch die WfB-Zeiten Mo -Fr 8.00 bis 16.00), so dass ein täglicher Wechsel entfällt und  die Bewohner an sieben Tagen die gleichen Bezugspersonen haben.
In der Betreuung der Schwerbehindertengruppe, die ihre Tagesstruktur in den Räumen der Wohngruppe erfährt, bestehen feste Teams, die sich in Früh- und Spätdienst abwechseln. Es sind somit wochenweise konstante Bezugspersonen im Frühdienst und im Spätdienst anwesend und die Bewohner können sich darauf einstellen.

Begleitung in allen Lebensbereichen

    •    Angelehnt an die 34 Items aus dem Erhebungsbogen von Fr. Dr. Metzler wird in den Bereichen
    •    Alltägliche Lebensführung,
    •    Individuelle Basisversorgung,
    •    Gestaltung sozialer Beziehungen,
    •    Teilnahme am kulturellen und gesellschaftlichen Leben,
    •    Kommunikation und Orientierung,
    •    Emotionale und psychische Entwicklung,
    •    Gesundheitsförderung und -erhaltung,
je nach Bedarf durch Gestaltung der Rahmenbedingungen, Beaufsichtigung und Kontrolle, verbale Aufforderung und Anleitung, beobachtende und anleitende Begleitung, unterstützende und einübende Hilfestellung, teilweise oder vollständige Übernahme, den Bewohnern die erforderliche Unterstützung  gewährt.

Prozessorientierung am Normalisierungsprinzip

Das Leben in der Wohngruppe orientiert sich am "Normalisierungsprinzip", so dass die Bewohner, ähnlich wie die Mitglieder einer Familie, an möglichst vielen  Prozessen und Abläufen des täglichen Lebens beteiligt werden sollen. Im Kernprozess Speise- und Getränkeversorgung haben wir das Prinzip der Selbstversorgung ausführlich beschrieben und auch dargestellt, wie die Bewohner miteinbezogen werden. Deshalb finden sich in den natürlichen Abläufen wie Einkaufen im Supermarkt oder Fachgeschäft, Obst und Gemüse im Garten ernten, gemeinsames Kochen und Backen, vielfältige Möglichkeiten, die Betreuungsmaßnahmen geplant in den Alltag einzubetten.

Eingliederung in Gemeinschaft und Gesellschaft

Es ist unser Konzept, möglichst wenige heiminternen Veranstaltungen übers Jahr zu haben, sondern an den Festen und Feiern der Gesellschaft, der Stadt, oder des Dorfes, teilzunehmen.  Wie beschrieben gehen die Wohngruppen am Sonntag nach dem Kirchgang in einer Gaststätte ihrer Wahl in Stadt und Landkreis Fulda zum Mittagessen und anschließend können sie mit den vorhandenen Kleinbussen Veranstaltungen, Feste und Freizeitangebote im näheren Umkreis  besuchen.  Dies wird von den Bewohnern und den Mitarbeitern gerne in Anspruch genommen, und oftmals ergeben sich durch regelmäßige Besuche, z.b. im Wohnort des Bewohners, der Angehörigen oder eines Mitarbeiters dauerhafte Kontakte zu Vereinen, Gruppierungen oder auch Einzelpersonen, die dann wiederum zu konkreten Einladungen, Patenschaften oder auch Spenden führen. Unsere Bewohner sind somit in das kulturelle Leben des jeweiligen Gemeinwesens einbezogen und gern gesehene Gäste, die sich auch mal mit einer Gegeneinladung, z.b. Grillabend im Wohnheim revanchieren. Wir haben jedoch zunehmend Bewohner, die an vielen Gruppenunternehmen nicht mehr teilnehmen können, da es eine zeitliche und kräftemäßige Überforderung darstellt. Sie benötigen eine individuelle Eingliederung in einer Kleingruppe oder mit einer Einzelbetreuung, um so auf die unterschiedlichen Bedürfnisse und Fähigkeiten eingehen zu können.

Beteiligungsebene

In den Wohngruppen findet einmal pro Woche eine Gruppenkonferenz statt, meist freitags beim Kaffee, wo die anstehenden Dinge wie Speiseplan, Einkauf der Lebensmittel, Auswahl der Gaststätte, Programm am Wochenende, usw. besprochen werden.
Gemäss den Vorschriften des Heimgesetzes wird regelmäßig durch die Bewohner ein neuer Heimbeirat gewählt, der die Interessen der Bewohner gegenüber der Heimleitung vertreten soll. Die Kandidaten stellen sich auf dem Wahlschein mit ihrem Passbild vor. So können alle Bewohner gleichermaßen die Kandidaten erkennen und wählen. Der Heimbeirat sammelt alle Wünsche, Anliegen und Beschwerden der Bewohner, um sie dann der Heimleitung vorzutragen und mögliche Veränderungen zu diskutieren.
Im Herbst 1998 und Frühjahr 1999 haben wir mit Eltern- und Angehörigen-Abenden begonnen, die gruppenweise stattfanden und in Zukunft jährlich wiederholt werden sollen. Hierbei wurde zum einen über die Entwicklung der Einrichtung ausführlich informiert und es konnten die Fragen der Eltern und Angehörigen beantwortet werden.
Aus diesen Runden haben sich interessierte und engagierte Eltern/Angehörige gemeldet, die in einem "Eltern-Angehörigen-Beirat am Heim" mitwirken wollen, der Themen für die Gesamteinrichtung behandelt und für alle Eltern und Angehörige Vertretung und Sprachrohr sein soll. In 2005 wurde in den Wohngruppen jeweils ein Eltern- Angehörigenvertreter gewählt, in 2007 erfolgte die Wiederwahl. Dieses Gremium trifft sich regelmäßig ca. dreimal im Jahr. In einer konstituierenden Sitzung wird jeweils die/der Vorsitzende, die/der 2.. Vorsitzende und ein Schriftführer gewählt. Die Wahlperiode wurde per Beschluss von zwei auf drei Jahre verlängert.

Eltern- und Angehörigenbeirat der Caritas-Wohnheime

Hier sind der Eltern- und Angehörigenbeirat abgebildet 

Der in 2007 neu gewählte Eltern- und Angehörigenbeirat der Caritas-Wohnheime für geistig behinderte Menschen, (von links):
Annette Bernhard (Philipp), 1.. Vorsitzende; Marita Jehn (Haus 1), Schriftführerin; Gudrun Most (Haus 2); Gisela Albersmeyer (Michelsrombach); Klara Vierheilig (Georg); Wilhelm Gärtner (Moritz), Vertreter in der "Bundesarbeitsgemeinschaft der Angehörigenvertretungen in Caritaseinrichtungen der Behindertenhilfe", Wiltrud Zentner (Haus 3), 2.. Vorsitzende; Es fehlt Mechthild Klee (Haselstein).

Gruppenübergreifende Projektarbeiten

Kullerart

Seit 2003 findet unter Anleitung einer Kunsttherapeutin das Projekt "Kullerart" statt. Einmal pro Woche trifft sie sich mit ca. 8 Bewohnern zum Malen. Nach einer Einführung in die Grundtechniken im Umgang mit Pinsel und verschiedene Farben werden die Bewohner zur Entfaltung  ihrer kreativen Kräfte herangeführt. Es entstehen daraus eine Vielzahl beeindruckender Bilder, die bei mehreren Ausstellungen der Öffentlichkeit präsentiert werden konnten.

Theatergruppe

Theaterbesuche

Das Wohnheim unterhält ein ständiges Abo für die Städtische Bühne in Fulda. Pro Saison können jeweils fünf Bewohner in Begleitung eines Betreuers sechs Theater-, Konzert- oder Musikveranstaltungen besuchen. Bei der Programmauswahl werden Wünsche, Vorlieben und Besonderheiten der Bewohner berücksichtigt. Vor dem Besuch werden die Veranstaltungen besprochen, so dass die Bewohner auch Inhalt, Sinn und Aussage der Stücke erfassen können.

"Wohnheimkneipe"

Im Kellergeschoss von Haus drei ist vor einigen Jahren als" Wohnheimkneipe" ein Treffpunkt entstanden. Der Raum wurde von den Betreuern unter Mithilfe der Bewohner komplett renoviert und mit Theke, Barhockern, Tischen und Stühlen, einem Billardtisch und einem Tischfussballgerät professionell eingerichtet. Freitagabend ist geöffnet, ein Bewohner macht die gesamte Bewirtung, und neben den Bewohnern kommen auch gerne Ehemalige, die jetzt im Betreuten Wohnen sind. Auch die Bewohner der benachbarten Behinderteneinrichtung nehmen diese Gelegenheit wahr, um Kontakte zu knüpfen und zu pflegen.

Bastelgruppe

Bau- und Gartengruppe

Religiöse Betreuung

Das Ziel religiöser Begleitung und Unterweisung besteht darin, im christlichen Glauben, Gott, dem Grund des Lebens zu begegnen und so Lebenshilfe zu erfahren. So wird regelmäßig zur Teilnahme an den Sonntagsgottesdiensten in Pfarrgemeinden, Werkstattmessfeiern zu den Hochfesten der Kirche, zu thematisch gestalteten Messen und Andachten in der hauseigenen Kapelle und den Sakramenten der Buße und Eucharistie eingeladen, an Wallfahrten, christlichen Gemeinschaften unterwegs, teilgenommen. Es werden Gebete gesprochen, Gespräche geführt über Glauben und Leben und es wird versucht, Antworten zu finden, auf Sinnfragen wie Freude, Leid, Trauer, Sterben und Tod und es werden Kirchenfeste im Jahrekreis gefeiert.

Beteiligungsebene

In den Wohngruppen findet einmal pro Woche eine Gruppenkonferenz statt, meist freitags beim Kaffee, wo die anstehenden Dinge wie Speiseplan, Einkauf der Lebensmittel, Auswahl der Gaststätte, Programm am Wochenende, usw. besprochen werden.
Gemäss den Vorschriften des Heimgesetzes wird regelmäßig durch die Bewohner ein neuer Heimbeirat gewählt, der die Interessen der Bewohner gegenüber der Heimleitung vertreten soll. Die Kandidaten stellen sich auf dem Wahlschein mit ihrem Passbild vor. So können alle Bewohner gleichermaßen die Kandidaten erkennen und wählen. Der Heimbeirat sammelt alle Wünsche, Anliegen und Beschwerden der Bewohner, um sie dann der Heimleitung vorzutragen und mögliche Veränderungen zu diskutieren.
Im Herbst 1998 und Frühjahr 1999 haben wir mit Eltern- und Angehörigen-Abenden begonnen, die gruppenweise stattfanden und in Zukunft jährlich wiederholt werden sollen. Hierbei wurde zum einen über die Entwicklung der Einrichtung ausführlich informiert und es konnten die Fragen der Eltern und Angehörigen beantwortet werden.
Aus diesen Runden haben sich interessierte und engagierte Eltern/Angehörige gemeldet, die in einem "Eltern-Angehörigen-Beirat am Heim" mitwirken wollen, der Themen für die Gesamteinrichtung behandelt und für alle Eltern und Angehörige Vertretung und Sprachrohr sein soll. In 2005 wurde in den Wohngruppen jeweils ein Eltern- Angehörigenvertreter gewählt, in 2007 erfolgte die Wiederwahl. Dieses Gremium trifft sich regelmäßig ca. dreimal im Jahr. In einer konstituierenden Sitzung wird jeweils die/der Vorsitzende, die/der 2.. Vorsitzende und ein Schriftführer gewählt. Die Wahlperiode wurde per Beschluss von zwei auf drei Jahre verlängert. 

Externe Angebote werden ermöglicht

 Der Verein Spielwiese bietet jedes Jahr ein Kreativseminar an, an dem die interessierten Bewohner teilnehmen können, die über erforderliche Grundfähigkeiten verfügen.
Das Rote Kreuz Eichenzell hat Kontakte zu einzelnen Bewohnern, die einmal im Monat zu Veranstaltungen dort hingehen und an Ausflügen und mehrtägigen Fahrten teilnehmen.
Verschiedentlich bestehen Kontakte zu Feuerwehren aus den Gemeinden der Mitarbeiter, die zu Besuchen (Rundfahrt mit dem Feuerwehrauto) oder zu Einladungen zu Festen und Feiern führen.
Ein Teil der Bewohner, der selbständig, orientiert und verkehrssicher ist, besucht Fußballspiele, öffentliche Veranstaltungen, Kurse der Volkshochschule, usw
Die Lebenshilfe Fulda/Hünfeld e.V. ist eine Elternvereinigung Betroffener, die mit ehrenamtlichen Helfern ein familienentlastendes Freizeitprogramm anbietet. Dies wird von Bewohnern, die von zu Hause aus jahrelang dorthin  gegangen sind, weiterhin gerne in Anspruch genommen.
Der Elternbeirat der WfB organisiert mit seinem "Freizeitclub" einmal im Monat eine Veranstaltung für alle Betreuten der WfB.  Dies sind interne, jahreszeitlich bezogene Feste wie Fastnacht, Tanz in den Mai,  Kirmestanz, Adventsbasteln und -singen, sowie Einladungen zu befreundeten Vereinen, die dann den Nachmittag gestalten (z.B. Modellbauverein, Imkerverein, Theaterverein mit Aufführung, Anglerverein, Karnevalsverein, Jugend-Rotkreuz, usw.) Durch diese regelmäßigen Veranstaltungen mit den ortsansässigen Vereinen in Stadt und Landkreis Fulda erfahren unsere Bewohner vielfältige Kontakte mit der Öffentlichkeit und eine abwechslungsreiche Freizeitgestaltung. Größere Fahrten wie der Besuch einer Eisrevue in Frankfurt,  oder eine Schifffahrt auf dem Main, oder verschiedener Freilichtmuseen oder Freizeitparks stehen ebenfalls auf dem Jahresprogramm.

Gestaltung alltäglicher Lebenssituationen

Bezogen auf die Interessen und Vorlieben der Bewohner werden folgende Bereiche in den Gruppenalltag situativ eingebaut: Spielen, Vorlesen, Basteln, Malen, Singen, Musizieren, Puppenspiel, Fernsehen und Gesehenes aufarbeiten, Zeitung vorlesen, d.h. Mitverfolgung des regionalen Geschehens, der Ereignisse aus der Heimatgemeinde, aus dem Umfeld der Bewohner. Grillen im Garten. Im Schwerbehindertenbereich sind es noch vor allem Basale Stimulation, Entspannungsübungen auf dem Wasserbett, Bällchenbad, Spiele mit dem Schwungtuch und Förderung der Mobilität (Bewegungsübungen, Gehübungen, Gleichgewichtsübungen).